ja, ich hab mir das auch Buch geholt
Offizielle Inhaltsangabe:
Als die beiden Weltklassetaucher Chris und Chrissy Rouse - Vater und Sohn - schon nach vierzig Minuten wieder auftauchen, wissen alle an Bord: Die Katastrophe ist da! Drei stunden hätte der Tauchgang zu dem gesunkenen U-Boot dauern sollen. Was war im Wrack der U-Who passiert? Was hat die beiden Männer am Meeresgrund so in Panik versetzt?
Die Rouses hatten die gefährlichsten Hölen und aufregensten Wracks betaucht, darunter die Andrea Doria. Längst waren sie süchtig nach dem Rausch der Tiefe und danach, in den versunkenen Welten der Wracks zu entdecken, was noch keiner vor ihnen gesehen hatte. Der Tauchgang zu dem deutschen U-Boot aus dem zweiten Weltkrieg war die Herausforderung ihres Lebens, für die kein Preis zu hoch schien. Bernie Chowdhury hat sowohl die äusseren Umstände der tödlichen Expedition rekonstruiert, als auch ihre psychologischen Abgründe ausgelotet - die besondere Vater-Sohn-Beziehung und die unheilvolle Vorgeschichte des Unternehmens. Ein beispiellos aufregendes Buch über eine verhängnisvolle Unterwasserexpedition.
Hab es auch vor einiger Zeit gelesen. Das Buch ist einsame Spitze, spannend und interessant. Eingebettet in den taucherischen Werdegang der Rouses sind viele Geschichten der Personen, die ende der achziger und anfang der neunziger Jahre eine besondere Clique bildeten: Die Tieftaucher, Höhlentaucher, Extremtaucher und vor allem: Trophäenjäger (in tiefen Wracks).
Eine Zeit, in der Taucher, die ihre Deko mit Nitrox oder sogar purem Sauerstoff sicherer machen wollten, als verrückt angesehen wurden.
Eine Zeit, in der man in Wracks ohne Sicherheitsleine hineintauchte (viel zu gefährlich)
Eine Zeit, wo man in Wracks mit Sammelnetzen reintauchte und der, der die meisten Utensilien - Teller, Vasen, Gläser - hochbrachte, die größte Achtung bekam.
Eine Zeit, in der mit Trimix noch viel experimentiert wurde.
Eine Zeit und eine Clique, die viele Tote zu beklagen hatte. - Aus vielen dieser Unfälle sind die heutigen Tauchregeln entstanden.
Das Buch ist sehr gut verständlich und lehrreich. Die technischen Details werden auch für nichttaucher verständlich und für Teckies absolut nachvollziehbar erklärt.
Anbei ein paar Zitate::
Die Kunde über diese unerschöpfliche Fundgrube sprach sich rasch herum. Das lockte die Wahoo an, die neben der Seeker vor Anker ging. Chatterton tauchte noch einmal zum Wrack und schweißte eine Metallstange vor das Lock, um den anderen Tauchern den Zugang zur Schatzstelle zu versperren. Doch damit nicht genug, die Leute von der Seeker brachten auch noch ein Schild an: Wegen Inventur geschlossen. Seeker. Das gab der Mannschaft von Nagels Boot auf der Rückfahrt viel zu lachen. Sorgfältig verstaute man das kostbare Geschirr, damit es auf dem langen Nachhauseweg keinen Schaden nahm. Aber die Taucher von der Wahoo waren von der Stange, die den Eingang blockierte, wenig beeindruckt, und das Schild spornte die nur noch mehr an, es ihren Rivalen zu zeigen .....(hier wird beschrieben, wie sie die stange umgehen, und selber Geschirr rausholen)... Beim nächsten Abstieg nahmen sie auch das Schild als Trophäe mit und ersetzten es durch ein neues: Inventur beendet. Wahoo
hier handelt es sich um ein Wrack in 70m Tiefe! mit Pressluft!
Buch hat geschrieben:
Ich war erleichtert - wenigstens war nicht die ganze teure Ausrüstung auf dem Grund des Meeres geblieben. Ich hatte das Gefühl, ich würde sie bald wieder brauchen - egal, was der Arzt mir gesagt hatte.
- der Arzt hatte ihm nach vielen Stunden Dekokammer (Lähmung, noch monatelang Gleichgewichtsprobleme und auf einem Ohr taub) erklärt, dass er nie wieder tauchen darf - was ihn nicht besonders interessierte....
Buch hat geschrieben:
Als man das Herz aus Chrissys Körper entnommen und in einem Wasserbad eröffnet hatte, trat Schaum statt Blut aus den Herzkammern. Es waren einfach zu viele Stickstoffbläschen in Chrissys Organismus gewesen, und der Körper hatte sie nicht ausscheiden können, bevor sie das Herz erreichten.
das zuguterletzt. Chrissy Rouse starb an Herzversagen, nach stunden in der Dekokammer, seine Symptome hatte sich schon gebessert.
zu dem Thema gibt es auch eine Spiegel-TV-Dokumentation, einfach einmal nach "U-who" oder "U869" googeln.
