Es macht mich Nachdenklich…
Dienstag, 31. März 2009 20:18
Februar 2009, Messinghausen im schönen Sauerland.
Der 5. Todesfall in 13 Jahren und das ständig sinkende Niveau der Sporttaucher machen ein Weiterentwickeln des Reglements scheinbar unumgänglich.
Ich persönlich finde es übrigens zum Kotzen, dass ich wegen der Blödheit Einiger zum Regelmacher werden muss. Regeln, die sich nicht aus Einsicht und Vernunft generieren, sind aus humaner Sicht immer problematisch, aber im Partyland Deutschland geht`s wohl nicht anders….
Sporttaucher dürfen zukünftig nur noch bis 35 Meter tief tauchen.
Ausnahmen für unsere langjährigen und gut bekannten Stammkunden können beantragt werden. Es wird Kontrollen der Tiefenmesser geben. Beim ersten Verstoß wird eine 2-monatige Sperre ausgesprochen, beim 2. Verstoß gibt`s ein Jahr Tauchpause bei uns. Sollte ein Sporttaucher gegen die 35 Meter-Regel verstoßen, einen Unfall erleiden und diesen
überleben, wird er von mir auf Schadenersatz verklagt werden.
Nach dem nächsten tödlich verlaufenden Tauchunfall (ohne physiologischen Hintergrund) werde ich den See für Sporttaucher schließen, es können dann nur noch die technischen Taucher, Divemaster, Instruktoren und TL dort tauchen.
Klingt harsch und unfreundlich? Scheiß drauf, das soll es auch. Denn bevor ich behördlicherseits Auflagen bekomme, opfere ich lieber die Zielgruppe und richte die Geschäftsinteressen auf die Leute, die das Tauchen ernst nehmen!
Soweit ein Auszug aus dem Schreiben von Oliver Hecht, dem Betreiber und Pächter des Sees in Messinghausen.
…Mich macht es echt nachdenklich, wie so angebliche erfahrene Taucher und dazu noch Teckis und natürlich auch Sporttaucher so oft und so seltsam ums Leben kommen. Alle reden vom Buddy-System aber was bringt es, wenn es sowieso nicht funktioniert! Alle reden von Reduntanz… wisst Ihr überhaupt was das bedeutet?
Ich bin seit Beginn meiner Tauch-Karriere schon immer ein Verfechter des Solotauchens. Ich hoffe, dass ich dieses Jahr noch die Zeit finden werde, mir diesen Lehrgang anzutun. Für mich heißt das vordergründig natürlich nicht, dass ich zukünftig nur noch alleine tauchen möchte, Tatsache ist, dass ich mich einfach sicherer fühle und ich bin nicht zu 100% von meinem Buddy abhängig. Wir brauchen jetzt nicht auf dem Thema “was kann oder sollte bzw. wie gut ist mein Buddy” herumtreten. Dazu werde ic hin einiger Zeit einen neuen Tread eröffnen.
Durch meine kurze Zeit, die ich jetzt dem Tauchen fröne, darf ich natürlich nicht die große Fresse haben. Aber…, ich habe schon sehr viel gelernt und Vor- und Nachteile kennengelernt. Das liegt zum einen an der Leidenschaft, die ich fürs Tauchen entwickelt habe (schade, dass ich nicht schon früher darauf gekommen bin) und daran, das ich mich täglich - und ich meine wirklich täglich - mit dem Tauchen befasse. Nein…, natürlich gehe ich nicht jeden Tag tauchen, ich befasse mich jeden Tag mit dem Thema Tauchen und Allem, was dazu gehört.
Nachdem ich die Grundzüge des Tauchens gelernt habe, habe ich sehr schnell feststellen müssen, dass die Grundeinstellung und das Gelernte vieler Taucherinnen und Taucher leider in den Lehrbüchern hängengeblieben ist.
Wann habt Ihr das letzte Mal einen richtigen Buddy-Check durchgeführt? Wisst Ihr überhaupt noch, wie das geht?
Wann habt Ihr das letzte Mal einen Drill unter Wasser geübt? Wie, Ihr wisst nicht, was ein Drill ist?
Gehe zurück zum Start, geh nicht über Los und ziehe keine 4.000,00 Euro ein.
Habt Ihr schon einmal zum Training eure Maske geflutet, dass Jacket an- und ausgezogen oder auch einen Notaufstieg mit Eurem Buddy unter Wechselatmung durchgeführt?
Ach echt? Zum letzten Mal bei Eurem Grundlehrgang! Keine Angst, ich denke, Ihr steht da nicht alleine da. Man könnte das auch als allgemeines Problem sehen.
Letztes Jahr wurden wir (Kathrin & Ich) ab und an etwas seltsam angesehen, als wir vor oder nach jedem Tauchgang einige Drills geübt haben.
Ich war froh, dass ich heute noch meine Drills beherrsche und ich mental immer auf die möglichen Störfaktoren vorbereitet bin.
Ansonsten wäre ich wohl bei meiner Tauchsafari im Januar 2009 in Ägypten abgesoffen, als mir meine Maske bei ordentlicher Strömung aus dem Gesicht getreten wurde.
Dem Übeltäter ist verziehen
, der kann eh nix dafür, vorkommen kann das zu jeder Zeit und von jedem Taucher. Dazu braucht man nicht einmal ins Meer, das kann Dir auch im kleinsten Tümpel passieren.
Wie steht Ihr denn zu diesem Thema, habt Ihr es noch drauf? Oder sagt Ihr… Scheiß egal, wird schon schief gehen? Tut Ihr eurem Körper auch etwas Gutes, damit Ihr immer fit zum Tauchen seit, oder habt Ihr eher die Neigung, na Tauchen reicht doch wohl als Sport schon aus!
Für meine Begriffe werden wir wieder (ich hoffe, das Wetter wird bald wärmer) schön langsam und mit vielen Drills unsere Tauchsaison beginnen. Über den Winter haben wir uns mit Joggen und Squash fit gehalten, sodass wir ohne schlechtes Gewissen am Osterwochenende unsere persönliche Tauchsaison in der Taucher-Szene eröffnen.
Thema: News aus der Taucher-Szene | Kommentare (0) | Autor: admin
